icon
icon
icon
DBS (Hirnschrittmacher)

DBS (Hirnschrittmacher)

Die Tiefe Hirnstimulation (DBS) reguliert gestörte Gehirnaktivitäten durch gezielte elektrische Impulse und verbessert die Lebensqualität bei neurologischen Erkrankungen deutlich.

Die Tiefe Hirnstimulation (DBS), auch bekannt als Hirnschrittmacher, ist ein modernes neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns eingesetzt werden, um gestörte neuronale Aktivitäten durch elektrische Signale zu regulieren.

Der Prozess kann mit einem Herzschrittmacher verglichen werden – allerdings wird hier nicht das Herz, sondern die „elektrische Aktivität“ des Gehirns gesteuert.

Was ist DBS (Tiefe Hirnstimulation)?

Das DBS-System besteht aus drei Hauptkomponenten:

Elektroden: Dünne Drähte, die präzise in jene Gehirnregionen eingesetzt werden, die für die Bewegungssteuerung verantwortlich sind.

Impulsgeber (IPG): Wird meist unter dem Brustmuskel oder unterhalb des Schlüsselbeins platziert und erzeugt die elektrischen Signale.

Verbindungskabel: Diese verlaufen unter der Haut und verbinden die Elektroden im Gehirn mit dem Impulsgeber.

Das System ist von außen programmierbar. Der Arzt kann die Intensität und Frequenz der elektrischen Impulse individuell anpassen.

Anwendungsgebiete

DBS wirkt, indem es unregelmäßige elektrische Signale im Gehirn reguliert oder unterdrückt. Es wird häufig eingesetzt bei:

  • Parkinson-Krankheit (Tremor, Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit)
  • Essentieller Tremor
  • Dystonie (unwillkürliche Muskelkontraktionen)
  • Zwangsstörungen (OKB) und Epilepsie (in ausgewählten Fällen)

Technologische Vorteile

Der größte Vorteil der DBS-Technologie ist ihre Reversibilität und Anpassbarkeit:

  • Keine dauerhafte Schädigung: Im Gegensatz zu älteren Methoden wird kein Gehirngewebe zerstört.
  • Individuelle Anpassung: Die Einstellungen können jederzeit an den Krankheitsverlauf angepasst werden.
  • Verbesserte Lebensqualität: Patienten können alltägliche Aktivitäten wie Gehen, Essen oder Schreiben wieder selbstständig ausführen.

Operationsablauf

Ein besonderer Aspekt dieser Methode ist, dass der Patient während eines Teils des Eingriffs wach sein kann. So kann der Chirurg in Echtzeit überprüfen, ob die Elektroden korrekt positioniert sind, indem er mit dem Patienten interagiert und die Symptome beobachtet.

Die Implantation des Impulsgebers im Brustbereich erfolgt anschließend unter Narkose.

* Dieser Inhalt wurde vom Liv Hospital Redaktionsteam erstellt.
* Die Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich Informationszwecken. Für Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Auf dieser Seite werden keine Inhalte bereitgestellt, die eine heilende Gesundheitsdienstleistung bei Liv Hospital darstellen.