Chirurgische Onkologie
Die chirurgische Onkologie ist ein medizinisches Fachgebiet, in dem chirurgische Eingriffe zur Krebsbehandlung geplant und durchgeführt werden. Ziel dieses Fachgebiets ist es, durch die chirurgische Entfernung von Krebsgewebe oder Tumoren das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder deren Ausbreitung zu verhindern.
Letztes Aktualisierungsdatum 01.06.2026 08:57:21
Ein chirurgischer Onkologe ist ein Chirurg, der auf die chirurgische Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert ist. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Operationen zur Diagnose, Stadieneinteilung und Behandlung von Krebs durchzuführen. Darüber hinaus behandelt er bestimmte krebsbedingte Komplikationen. Nachfolgend ein Überblick über die Tätigkeiten eines chirurgischen Onkologen:
Interessengebiete der Chirurgischen Onkologie – Spezielle Eingriffe
1) Screening und Diagnostik bei Krebsverdacht oder erhöhtem Krebsrisiko
a) Screening auf Brustkrebs mittels Mammographie und Brustultraschall sowie Diagnosestellung und Nachsorge mit weiteren Untersuchungen bei Bedarf.
b) Screening auf Dickdarm-, Rektum-, Magen- und Speiseröhrenkrebs mittels Gastroskopie und Koloskopie sowie bei Bedarf endoskopische Behandlung und Nachsorge.
2) Spezielle Krebsoperationen und aktuelle Behandlungen
a) Onkoplastische Brustchirurgie (Bei Brustkrebsoperationen werden sichere Ergebnisse erzielt, ohne Kompromisse bei onkologischen und ästhetischen Prinzipien einzugehen. Nach brusterhaltender Chirurgie oder Mastektomie erfolgt eine Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe oder Silikonimplantaten.)
b) Fortgeschrittene minimalinvasive Chirurgie (Robotische und laparoskopische Krebschirurgie: Bei Operationen von Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Rektum, Bauchspeicheldrüse, Leber, Nebenniere und Milz werden schnelle und sichere Ergebnisse erzielt.)
c) Komplexe und anspruchsvolle Operationen (Zytoreduktive Chirurgie und HIPEC/PIPAC: Bei rezidivierenden Krebserkrankungen, fortgeschrittenen Tumoren mit Befall anderer Organe sowie bei Patienten mit Peritonealbeteiligung werden sichere Ergebnisse erzielt.)
d) Endokrine Chirurgie (Bei Schilddrüsenkrebsoperationen wird durch Nervenmonitoring und Neck-Dissection eine kurative Chirurgie angestrebt. Bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse und der Nebenniere wird ein laparoskopischer Ansatz angewendet.)
e) Behandlung von malignem Melanom und Sarkomen
Grundlegende Aufgaben der Chirurgischen Onkologie
1. Diagnose:
• Durchführung von Biopsien zur Entnahme von Gewebeproben für die pathologische Untersuchung.
• Unterstützung bei der Bestätigung von Krebsart, Stadium und Ausmaß der Erkrankung. (z. B. Bewertung von Untersuchungen wie Mammographie, Brustultraschall, Gastroskopie und Koloskopie)
2. Krebsbehandlung:
• Kurative Chirurgie: Entfernung von Tumoren und umliegendem Gewebe zur Beseitigung des Krebses mit dem Ziel, saubere Resektionsränder (keine verbleibenden Krebszellen) zu erreichen. Zu diesem Zweck werden aktuelle Behandlungsmethoden eingesetzt. (z. B. laparoskopische Chirurgie, robotische Chirurgie, onkoplastische Brustchirurgie)
• Debulking-Chirurgie: Wenn eine vollständige Entfernung des Tumors nicht möglich ist, wird die Tumorgröße reduziert, meist um die Wirksamkeit anderer Behandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie zu erhöhen.
3. Stadieneinteilung und Bewertung:
• Bestimmung des Ausmaßes der Tumorausbreitung (Staging) während der Operation.
• Nutzung der Befunde als Grundlage für weitere Therapieentscheidungen.
4. Symptommanagement und Palliativversorgung:
• Durchführung von Operationen zur Linderung von Symptomen wie durch Krebs verursachten Verengungen oder Schmerzen.
• Konzentration auf die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittenem Krebs.
5. Rekonstruktive Chirurgie:
• Wiederherstellung des Erscheinungsbildes oder der Funktion nach Entfernung des Tumors (z. B. onkoplastische Brustchirurgie, Brustrekonstruktion nach Mastektomie).
6. Prävention:
• Durchführung prophylaktischer Operationen wie die Entfernung von Risikogewebe (z. B. prophylaktische Mastektomie bei BRCA-Mutationen mit Rekonstruktion durch Silikonimplantate oder körpereigenes Gewebe, prophylaktische Kolektomie bei Syndromen wie HNPCC-FAP sowie prophylaktische Gastrektomie beim CDH1-Syndrom).
7. Zusammenarbeit mit multidisziplinären Teams:
• Enge Zusammenarbeit mit medizinischen Onkologen, Radioonkologen, Pathologen und anderen Spezialisten zur Entwicklung umfassender Behandlungspläne.
• Teilnahme an Tumorkonferenzen und anderen kooperativen Aktivitäten zur Sicherstellung einer optimalen Versorgung.