Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin ist ein Bereich der Medizin, in dem radioaktive Stoffe zum Einsatz kommen und der verschiedene bildgebende und therapeutische Verfahren umfasst.
Letztes Aktualisierungsdatum 18.05.2026 12:13:57
Die Nuklearmedizin ist ein medizinisches Fachgebiet, das den Einsatz radioaktiver Substanzen sowie verschiedene bildgebende und therapeutische Verfahren umfasst. Diese Technologie basiert auf der Verabreichung radioaktiver Stoffe – sogenannter Isotope – in den Körper, die Strahlung aussenden und sich gezielt in bestimmten Organen oder Geweben anreichern. Die Nuklearmedizin, in der radioaktive Substanzen zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, nimmt insbesondere bei der Diagnose, Therapie und Nachsorge onkologischer Erkrankungen eine wichtige Rolle ein, da sie funktionelle und strukturelle Bewertungen gleichzeitig ermöglicht.
Was ist Nuklearmedizin?
Die Nuklearmedizin ist ein medizinisches Fachgebiet, das radioaktive Substanzen (Radiopharmaka) zur Früherkennung und Behandlung von Krankheiten einsetzt und dabei nicht nur die Struktur des Körpers, sondern auch die Funktion und den Stoffwechsel der Organe auf zellulärer Ebene untersucht.
Sie basiert auf dem Prinzip, dass sehr geringe Mengen radioaktiver Marker, die intravenös, oral oder über die Atemwege verabreicht werden, sich in Organen anreichern und die ausgesandte Strahlung mithilfe spezieller Geräte wie PET/CT oder Gammakameras sichtbar gemacht wird. Dadurch können funktionelle Analysen zahlreicher Erkrankungen wie Krebs, Herzkrankheiten, Schilddrüsen- und neurologischer Erkrankungen durchgeführt werden. Gleichzeitig können krankhafte Zellen durch gezielt eingesetzte hochdosierte Strahlung direkt zerstört werden.
Welche Erkrankungen behandelt die Nuklearmedizin?
Die Nuklearmedizin umfasst ein medizinisches Fachgebiet, das zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge verschiedener Erkrankungen eingesetzt wird. Dazu gehören unter anderem:
- Krebserkrankungen: Die Nuklearmedizin wird zur Krebsdiagnostik, zur Beurteilung der Tumorausbreitung und zur Behandlung bestimmter Krebsarten eingesetzt. Krebszellen können mithilfe radioaktiver Isotope sichtbar gemacht und der Therapieerfolg überwacht werden.
- Schilddrüsenerkrankungen: Die Nuklearmedizin dient der Beurteilung der Schilddrüsenfunktion und der Erkennung von Schilddrüsenknoten. Schilddrüsenszintigrafie und Radiojodtherapie gehören zu den häufigsten Verfahren bei der Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenkrebs und anderen Schilddrüsenerkrankungen.
- Knochenerkrankungen: Verfahren wie die Knochenszintigrafie werden zur Beurteilung von Knochenstrukturen eingesetzt. Sie dienen der Diagnose und Bewertung von Knochenmetastasen, Infektionen oder Verletzungen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die Myokardszintigrafie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Beurteilung der koronaren Herzkrankheit. Dabei werden die Durchblutung und Perfusion des Herzmuskels untersucht.
- Lungenerkrankungen: Lungenperfusions- und Ventilationsszintigrafien dienen der Beurteilung der Lungenfunktion sowie der Diagnose von Lungenembolien.
- Neurologische Erkrankungen: Die Nuklearmedizin kann bei der Beurteilung und Diagnostik neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Epilepsie hilfreich sein.
Liv Hospital Nuklearmedizin
Wie in vielen anderen Bereichen bietet das Liv Hospital auch in der Abteilung für Nuklearmedizin mit qualifiziertem Fachpersonal und modernster Technologie sichere und effektive Leistungen an.
Die in dieser Abteilung eingesetzten Verfahren:
- sind empfindliche und zielgerichtete Methoden.
- verursachen keine Allergien oder Nebenwirkungen.
- liefern funktionelle Informationen auf physiologischer und metabolischer Ebene.
- ermöglichen durch ihre quantitativen Daten eine Vergleichbarkeit bei Wiederholungsuntersuchungen.
- sind nicht-invasiv und verursachen daher keine Beschwerden oder Schäden für den Patienten.
- setzen Patienten nur sehr niedrigen Strahlendosen aus.
- umfassen diagnostische Untersuchungen.
- PET/CT
- MR-Linac
- Gammakamera
- C14-Gerät
- Gamma-Sonde
- Gamma-Zähler
- Hot Lab (Bereich zur Vorbereitung radioaktiver Substanzen)
- Belastungstest-Einheit
- Ambulanzbereiche
Stationäre Behandlungseinheit
Therapeutische Anwendungen außer Radiojodtherapie
Radiojodtherapie (zwei bleigeschützte Räume)
Einheit zur Vorbereitung und Verabreichung radioaktiver Substanzen
Klinik für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung – Bildgebende Verfahren
In der Klinik für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung werden bildgebende Untersuchungen je nach Art der ausgesandten Strahlung mit Gammakameras oder PET/CT-Geräten durchgeführt. Mit den vorhandenen Geräten können Erkrankungen aller Organe und Systeme diagnostiziert und Therapien gezielt gesteuert werden. Darüber hinaus werden die Funktionen zahlreicher Organe und Systeme beurteilt. Bei bestimmten Tumoren – insbesondere Schilddrüsenerkrankungen –, schmerzhaften Knochenmetastasen und entzündlichen Gelenkerkrankungen werden radioaktive Substanzen auch therapeutisch eingesetzt.
Tetkik Öncesi Ön Hazırlık Gerekiyor Mu?
Für einige Untersuchungen in der Abteilung für Nuklearmedizin ist eine spezielle Vorbereitung erforderlich. Patienten erhalten sowohl mündlich als auch schriftlich Informationen darüber, wie sie sich auf die jeweilige Untersuchung vorbereiten sollen.
Wie werden radioaktive Substanzen zur Diagnose angewendet?
Die Untersuchungen werden durchgeführt, indem dem Patienten entweder intravenös oder oral geringe Mengen radioaktiver Substanzen verabreicht werden.
Wie lange ist die Wartezeit vor der Bildgebung?
Nach der Injektion muss eine gewisse Zeit gewartet werden, damit sich die verabreichte Substanz ausreichend im Körper verteilt. Die Wartezeit variiert je nach Untersuchung.
Wie lange dauern nuklearmedizinische Untersuchungen?
Die Dauer hängt von der jeweiligen Untersuchung ab. Einige Untersuchungen können innerhalb von 30 Minuten abgeschlossen werden, während andere mehrere Stunden oder sogar einen ganzen Tag dauern können, wenn Aufnahmen in bestimmten Zeitabständen erforderlich sind. Beispielsweise dauert eine Knochenszintigrafie meist mehrere Stunden, während eine Schilddrüsenszintigrafie schneller abgeschlossen werden kann.
Spürt man während nuklearmedizinischer Untersuchungen Schmerzen?
In der Regel verspüren Patienten keine Schmerzen. Lediglich während der Injektion der radioaktiven Substanz kann es kurzzeitig zu einem leichten Einstichgefühl kommen. Während der Aufnahme verursacht das Gerät keine Schmerzen oder Beschwerden.
Sind nuklearmedizinische Untersuchungen für Schwangere und Kinder sicher?
Während der Schwangerschaft werden nuklearmedizinische Untersuchungen in der Regel vermieden, da das Risiko einer Strahlenbelastung für das ungeborene Kind besteht. Auch bei stillenden Müttern sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Bei Kindern wird die Strahlendosis entsprechend Alter und Gewicht angepasst, sodass nur minimale Strahlung eingesetzt wird. Daher können diese Untersuchungen bei entsprechender medizinischer Indikation sicher durchgeführt werden.
Wie erfolgt die Bildgebung in der Nuklearmedizin?
Die Bildgebung erfolgt mit Geräten, die Gammakamera oder PET-CT genannt werden. Die Geräte sind von allen Seiten offen, und die Dauer der Aufnahme hängt von der jeweiligen Untersuchung ab.
Wie häufig können nuklearmedizinische Untersuchungen durchgeführt werden?
Wenn das gewünschte Ergebnis nicht erreicht wird, dieselbe Untersuchung wiederholt werden muss oder mehrere nuklearmedizinische Untersuchungen nacheinander notwendig sind, kann eine Szintigrafie im Abstand von 2–3 Tagen durchgeführt werden.
Sind die verwendeten radioaktiven Substanzen schädlich?
Bei nuklearmedizinischen Anwendungen sind Patienten nur sehr niedrigen Strahlendosen ausgesetzt. Die verwendeten Radiopharmaka besitzen eine geringe Strahlung, kurze Halbwertszeiten und reichern sich nicht im Körper an. Sie werden sowohl durch natürlichen radioaktiven Zerfall als auch über Urin, Schweiß und den Darm aus dem Körper ausgeschieden. Diese Substanzen können bei Patienten jeden Alters, einschließlich Kindern, in alters- und gewichtsgerechten Dosierungen sicher angewendet werden.
Wie lange dauern nuklearmedizinische Therapien und welche Nebenwirkungen gibt es?
Die Dauer der Behandlung hängt von der angewendeten Methode ab. Manche Therapien werden in einer einzigen kurzen Sitzung abgeschlossen, andere können mehrere Tage dauern. Nebenwirkungen sind meist mild und können leichte Schmerzen an der Injektionsstelle, Übelkeit oder Müdigkeit umfassen. Die Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen nach der Behandlung reduziert mögliche Risiken.
Muss man für nuklearmedizinische Untersuchungen nüchtern sein?
Nicht für jede Untersuchung ist Nüchternheit erforderlich. Bei einigen Verfahren wie PET/CT muss der Patient jedoch in der Regel 4–6 Stunden nüchtern bleiben, um korrekte Ergebnisse zu erzielen. Vor jeder Untersuchung erhalten Patienten genaue Vorbereitungsanweisungen.
Muss man nach der Untersuchung Abstand zu anderen Menschen halten?
Da die verwendeten Mengen radioaktiver Substanzen sehr gering sind, ist es im Allgemeinen nicht notwendig, Abstand zu anderen Menschen zu halten. Vorsorglich wird jedoch empfohlen, in den ersten 24 Stunden nach der Injektion engen Kontakt mit Kindern und Schwangeren zu vermeiden.
Wann liegen die Ergebnisse der Nuklearmedizin vor?
Die Dauer bis zur Erstellung der Ergebnisse hängt von der Art der Untersuchung ab. Einige Berichte können noch am selben Tag erstellt werden, während detailliertere Analysen 1–2 Tage benötigen können. Nach der Auswertung durch den Facharzt für Nuklearmedizin wird der Bericht dem Patienten oder dem behandelnden Arzt übermittelt.