Neurologie
Die Neurologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Erforschung und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst.
Letztes Aktualisierungsdatum 15.05.2026 10:40:40
Die Neurologie beschäftigt sich mit dem Gehirn, dem Rückenmark, der Medulla oblongata (verlängertes Mark), den Nervenfasern sowie der Verbindung zwischen Nerven und Muskeln und behandelt verschiedene neurologische Erkrankungen.
Was ist Neurologie?
Neurologische Erkrankungen umfassen vor allem Gefäßverschlüsse im Gehirn, Hirnblutungen, Multiple Sklerose, Epilepsie, die Alzheimer-Krankheit sowie sämtliche Formen von Demenz und akute Enzephalitis. Bei einer erhöhten Menge an Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis – CSF), mit oder ohne Druckanstieg (Hydrozephalus), wird der Liquordruck gemessen und bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung oder eine Shunt-Implantation bewertet.
Welche Erkrankungen behandelt die Neurologie?
Die häufigste neurologische Erkrankung in der Gesellschaft sind Kopfschmerzen. Bei der Behandlung von Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen und anderen Kopfschmerzformen wird unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, anderer Erkrankungen und eingenommener Medikamente die am besten geeignete Therapie gewählt. Symptome wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit und Augenzucken werden ebenfalls berücksichtigt. Bei Patienten mit therapieresistenter Migräne werden in unserer Klinik alternative Behandlungsmethoden wie Botulinumtoxin-Injektionen und Nervenblockaden angewendet.
Vertigo (Schwindel), die besonders im Erwachsenenalter häufig vorkommt, kann durch viele verschiedene systemische und neurologische Erkrankungen verursacht werden. Die Bewertung und Differenzierung der Ursachen von Vertigo, die Durchführung fortschrittlicher Labor- und Bildgebungsuntersuchungen sowie die Festlegung der am besten geeigneten Therapieoption im multidisziplinären Ansatz gehören zu den wichtigsten Aufgabenbereichen.
Von den sogenannten extrapyramidalen Erkrankungen werden insbesondere die Parkinson-Krankheit, essentieller Tremor, Chorea und Dystonie behandelt. Neben medikamentösen Therapien werden bei geeigneter Indikation auch gerätegestützte Therapien für die Parkinson-Krankheit sowie Botulinumtoxin-Behandlungen bei Dystonie durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung für die tiefe Hirnstimulation, die bei Parkinson und Dystonie eine wichtige Rolle spielt und bei der die richtige Indikation und das richtige Timing entscheidend sind.
Die Diagnose und stadiengerechte Behandlung der häufig im Erwachsenenalter auftretenden Multiplen Sklerose ist von großer Bedeutung. In unserer Abteilung werden Patienten nach aktuellen Diagnose- und Therapiealgorithmen, multidisziplinär und nicht nur hinsichtlich ihrer neurologischen Beschwerden, sondern auch bezüglich der Herausforderungen ihres Alltags betreut und beraten.
Akute und chronische Entzündungen des Rückenmarks sowie rheumatische und ernährungsbedingte Erkrankungen werden differenzialdiagnostisch abgeklärt und behandelt. Das paraneoplastische Syndrom, das bereits vor einer Krebserkrankung auftreten kann, gehört ebenfalls zu den Erkrankungen, die in unserer Klinik diagnostiziert und nachverfolgt werden. Darüber hinaus zählt auch die ALS-Erkrankung zu den wichtigen neurologischen Erkrankungen, die in diesem Bereich betreut werden.
Neurologie-Abteilung im Liv Hospital
In unserer Klinik werden wissenschaftliche Publikationen, Kongresse und Fortbildungsveranstaltungen aufmerksam verfolgt. Im Jahr 2021 wurden unsere Arbeiten auf drei Kongressen und Fachveranstaltungen präsentiert. Neurologische Erkrankungen gehören zu den Fachgebieten, bei denen neben der Diagnose insbesondere die langfristige Nachsorge mit großer Sorgfalt und Aufmerksamkeit erfolgen muss. Auch wir unterstützen unsere Patienten während dieses Prozesses mit Engagement und Kompetenz. In der Neurologie-Abteilung des Liv Hospital werden akute und chronische Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks sowie der peripheren Nerven – also der Nerven nach ihrem Austritt aus dem Rückenmark – diagnostiziert und behandelt.
Diagnostische Möglichkeiten
- Umfangreiche biochemische, hormonelle und ernährungsmedizinische Tests
- Antikörperuntersuchungen bei neurologischer Beteiligung im Zusammenhang mit Krebs
- Genetische Untersuchungen bei genetisch bedingten neurodegenerativen Erkrankungen
- Nervenleitungsstudien
- Muskeluntersuchungen
- Evozierte Potenziale (VEP, SEP, BAEP)
- Radiologische Untersuchungen
- Schlaflabor (Polysomnographie)
Schwerpunkte
- Kopfschmerzen
- Kopftrauma
- Trigeminusneuralgie
- Vertigo
- Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Epilepsie
- Multiple Sklerose
- Zerebralparese (CP)
- Parkinson und andere Bewegungsstörungen
- Alzheimer-Krankheit
- Gleichgewichtsstörungen
- Polyneuropathien
- Muskelerkrankungen
- Myasthenia gravis
Epilepsie
Epilepsie entsteht durch spontane, abnormale elektrische Aktivitäten von Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn und deren Ausbreitung. Bei Patienten treten kurzzeitige motorische, sensorische oder autonome Symptome auf, die häufig mit Bewusstseinsverlust verbunden sind und als Anfälle bezeichnet werden. Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen, tritt jedoch am häufigsten im Kindesalter sowie im Erwachsenenalter um das 60. Lebensjahr auf. Der wichtigste Faktor für den Behandlungserfolg ist die Auswahl des geeigneten Medikaments oder der passenden Medikamentenkombination und Dosierung entsprechend der Art der Anfälle, dem Lebensstil und eventuellen Begleiterkrankungen des Patienten.
Einer der wichtigsten Gründe für wiederkehrende Anfälle während der Behandlung ist die unregelmäßige Einnahme der Medikamente. Schwierigkeiten bei der Beschaffung der antiepileptischen Medikamente oder das Auslassen von Medikamentendosen gehören zu den häufigsten Ursachen für häufige Anfälle. Ein weiterer Faktor, der Anfälle verstärken kann, sind Infektionen und Fieber. Vor Beginn neuer Medikamente wegen anderer Erkrankungen sollte der behandelnde Arzt stets über die Epilepsie und die aktuell eingenommenen Medikamente informiert werden, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf, das Vermeiden langer Hungerphasen durch ausgelassene Mahlzeiten, begrenzte Fernseh- und Computerspielzeiten sowie ein möglichst stressfreier Lebensstil sind weitere wichtige Aspekte, auf die Patienten achten sollten.